Als sie feststellte, das viele ihrer Arbeiten der letzten Jahre die Farbe Blau verwenden, ergab sich die Ausstellung „Die Farbe Blau und Mee(h)r“ ganz von selbst.

In ihrer Malerei bringt Karin Lenser Materialien und Farben auf, experimentiert, modelliert, fügt hinzu und nimmt weg und läßt sich Zeit beim Finden der Formen, Figuren und Sinneseindrücke, um zu tieferen Ebenen der Bildabstraktion zu gelangen. Die aber dann, wenn sie sich herausbilden, kontinuierlich weiterentwickelt werden. Sie arbeitet teils mit Sand, verschiedenen Papieren und anderen organischen Materialien, die sie auf die Leinwand aufbringt und die der Fläche im Zusammenspiel mit durchscheinenden und deckenden Farben eine reliefartige Struktur verleihen. Bei den bildhauerischen Arbeiten verwendet sie unterschiedliche Steinarten wie Baumberger Sandstein, Anröchter Dolomit und Speckstein, sowie verschiedene Hölzer als Rohlinge, denen sie mit Meißel, Beil, Stecheisen oder Kettensäge eine neue Form gibt. Schreckt aber auch nicht vor skurilen Fundstücken zurück, die sie in der Natur findet oder Holzbauteilen mit dicken Rußkrusten aus einem Brandschaden stammend vor der Entsorgung rettet, indem sie für sie eine Idee entwickelt.

Sie nimmt regelmäßig an Workshops namhafter Künstler der Region teil, um ihr Wissen und ihren künstlerischen Ausdruck zu verbessern. Sie ist Mitglied der Werkstattgruppe des Kulturvereins Bissendorf e.V. (KuBiss) und bietet auch selbst Kurse und Workshops für Kinder und Erwachsene im Bereich Bildhauerei und experimenteller Malerei an.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. Januar 2023.


TEXT & FOTOS Rüdiger Lange