Kultur zum Reinschauen und herein gehen:
Zunächst eine Einladung zum Genuss. Die ausgestellten kreisförmigen Skulpturengruppen und Wandreliefs der Künstlerin Margit Rusert laden das Auge ein. Sie dürfen genossen werden, denn sie bieten dem Auge die typischen Elemente, die seit der klassischen Moderne im Vordergrund der Skulptur stehen, das Zusammenspiel von Kurve, Kante, Form, Schwung und Struktur: also „enjoy…“

„… the crisis?“ Das ist mehr als ein Wortspiel, in dem die Vokabel Kreis als das Formthema, welches die Ausstellung durchzieht, bereits enthalten ist. Neben dem sinnlichen Genuss an den Arbeiten im dreidimensionalen Bereich ist crisis in dieser Ausstellung ein roter Faden, der inhaltlich alle Objekte miteinander verbindet. Bei näherer Betrachtung wird crisis in den einzelnen Skulpturengruppen spürbar und erfahrbar, beispielsweise in der sechsteiligen Arbeit „zunehmende Glätte“: das kalte Weiß der aus Holz gearbeiteten und übermalten Skulpturen, die im oberen Bereich der Spiralen zunehmende Glätte der sich emporwindenden oder –schraubenen Formen, die alle auf diesen einen höchsten Punkt zuführen, an dem es nicht mehr weitergeht. Oder doch? Geht da noch was? Ist noch ein wenig mehr, eine weitere Drehung, etwas Entwicklung, eine Fortführung der Bewegung möglich? Die Oberfläche wird glatter, der Halt geringer…

www.skulptur-galerie.de

Foto: Tom Bullmann