Der Osnabrücker Handschlag stellt den 1. Teil des Vertragsschlusses des Westfälischen Friedens mit Schweden im August 1648 dar und ist Grundlage für den späteren 2. Teil, der gemeinsamen Vertragsunterzeichnung mit Frankreich im Oktober 1648. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man seit fünf Jahren vergeblich versucht, Frieden zu schließen.Nachdem sich alle Beteiligten des heiligen römischen Reiches deutscher Nation im großen Saal des Quartiers des königlich schwedischen Gesandten zusammen gefunden hatten, wurde der Vertragstext verlesen, der sich durch die vielen Einwände der Beteiligten bis zum Abend hinzog.

Als dann die Schweden erklärten, das sie ihren Vertrag ohne die Franzosen, in deren Vertrag es noch offene Punkte zu klären gab und mit denen sie im Bündnis standen, nun nicht gemeinsam und zeitgleich unterzeichnen konnten, entstand die Idee des Handschlags als Spontanlösung des Dilemmas bis zur gemeinsamen Unterzeichnung. „Die hochermelten Kayserlichen und die königlichen schwedischen Herren gaben sich die Hände mit dem Versprechen, nichts mehr ändern zu wollen.“Die Aushandlungen des Friedensvertrages mit dem Hauptgesandten Frankreichs fanden dann ebenfalls in Osnabrück statt. Nach der Unterzeichnung der Verträge, auf Wunsch des Kaisers in Münster, im Oktober 1648 wurden beide Friedensintrumentarien im Reichsdirektorium in Osnabrück hinterlegt.

Im Resümee kann man also durchaus sagen, das der westfälische Friedens in Osnabrück ausgehandelt wurde, lediglich nur die Unterzeichnung in Münster stattfand.


TEXT Rüdiger Lange FOTO MrsMyer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12228578