Bei einem Besuch im Konzentrationslager Auschwitz stößt Paul Glaser zufällig auf einen Koffer mit seinem Namen und entdeckt die jüdischen Wurzeln seiner Familie und die Lebens- und Überlebensgeschichte seiner Tante Roosje. Sie war Tänzerin in den Niederlanden, leitete eine Tanzschule, bis sie von ihrem Mann verraten wurde, untertauchen musste und schließlich inhaftiert und nach Auschwitz deportiert wurde. Als ihre Haare dort geschoren wurde, dachte sie: „Mich kriegen sie nicht klein! Und ich hob stolz den Blick, als die Haarsträhnen über meine nackten Schultern zu Boden glitten.“

Skurril, bizarr, schrecklich und zugleich unglaublich unbeugsam hat sie sich ihren Lebenswillen nicht brechen lassen – sie hat Auschwitz und den Todesmarsch durchlitten und überlebt.

Zahlreiche Dokumente, Briefe und Filme sind erhalten geblieben und veranschaulichen das Leben der Tänzerin, das Paul Glaser in seinem Buch „Die Tänzerin von Auschwitz“ beschreibt.

Eine Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht. Auschwitz ist gewesen, aber es gehört nicht der Vergangenheit an. Es reicht bis in die Gegenwart, bis in die Identität von Menschen und Schicksalen. Mit dieser Ausstellung, die erstmalig in Deutschland zu sehen sein wird, möchten wir als Friedenskulturkirche St. Katharinen ein deutliches gesellschaftliches und geistliches Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen. Gefördert wird die Ausstellung durch die Hanns-Lilje-Stiftung der Landeskirche Hannovers.

Begleitend zur Ausstellung wird es ein vielfältiges Programm geben in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück, dem Felix-Nussbaum-Haus, der Tanzschule Hull, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, mit Vorträgen des Autors Paul Glaser, der Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier und mit musikalischen Veranstaltungen u.a. zur sogenannten „Entarteten Musik“.

Das Interview führten Rosl Kuhlmann und Jürgen Buscher | DOWNLOAD