„Circles And Lines“ (Lichte Momente 2026) | Vernissage
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Linien und Kreise sind die ursprünglichsten und einfachsten Formen, die wir kennen. Sie sind die grundlegenden Elemente, mit deren Hilfe wir unsere Welt visuell nachvollziehen, gestalten oder vorausplanen. Mit
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Linien und Kreise sind die ursprünglichsten und einfachsten Formen, die wir kennen. Sie sind die grundlegenden Elemente, mit deren Hilfe wir unsere Welt visuell nachvollziehen, gestalten oder vorausplanen. Mit Linien begrenzen und halten wir Formen, unterteilen und strukturieren den Raum. Der Kreis, geschlossen, umschließend, eine Einheit, die auf sich selbst verweist und sich selbst genügt.
Zugleich sind sie zwei Denkfiguren, mit denen wir unsere Welt ordnen. Die Linie steht für Richtung, Fortschritt, Bewegung nach vorn. Der Kreis verweist auf Wiederkehr, Kreislauf und Rhythmus.
Auch unsere Vorstellung von Zeit folgt diesen beiden Mustern. Das moderne, westlich-kapitalistisch geprägte Zeitempfinden ist linear: Es denkt in Entwicklung, in Ursache und Wirkung, in Anfang und Ende. Im zirkulären Modell wird die Zeit als wiederkehrender Kreislauf erlebt, der durch natürliche Rhythmen wie Tag, Nacht und Jahreszeiten geprägt ist.
Der Film ist ein Medium, das selbst aus Zeit besteht. Linie und Kreis können hier mehr als reine Form sein: Sie werden zu ästhetischen und narrativen Strukturen. Die Linie zeigt sich als Weg, der zurückgelegt wird, als Kamerafahrt, als Montage, die uns vorwärts trägt. Der Kreis erscheint als Wiederholung, als Schleife, als motivische Rückkehr oder in einer kreisenden Kamera, die etwas umschließt, in den Mittelpunkt stellt.
Unter der Überschrift „Circles and Lines“ sind in diesem Winter Filmarbeiten von sieben internationalen Künstler*innen zu sehen. Filme, in denen Geometrie und Inhalt ineinander greifen, in denen die Zeit selbst Form annimmt.
Kuratiert von Vera Brüggemann
Uhrzeit
8. Januar 2026 17:00 - 22:00
Eintritt:
frei